6 Tipps für die richtige Pflege einer Klarinette

Wer sein Musikinstrument liebt, der pflegt es. Das gilt natürlich auch für die Klarinetten. Allerdings wird vielen Musikern nicht ausreichend vermittelt, wie genau eine ausreichende Pflege eigentlich aussieht. Die meisten Schüler werden in der Musikschule nur dazu angehalten, die Klarinette immer in dem Transportkoffer zu verstauen. Denn so kann sie vor Beschädigungen geschützt werden. Als erster Ansatz ist dagegen auch nichts einzuwenden, allerdings ist dies als Pflege absolut nicht ausreichend. Wer auch nach mehreren Jahren noch etwas von seiner Klarinette haben möchte, der muss auf eine angemessene Pflege achten. Im Folgenden soll gezeigt werden, wie genau diese aussehen sollte und welche Utensilien dazu benötigt werden.

Die richtige Pflege vor dem Spielen

Die Klarinette sollte unbedingt in regelmäßigen Abständen gefettet werden. Damit ist natürlich nicht das gesamte Instrument gemeint, sondern die Zapfen und Korken. Dadurch können das Ober- und das Unterstück auch noch nach vielen Jahren problemlos zusammengesetzt werden. Sobald dafür Gewalt nötig ist, sollte das Fetten spätestens erfolgen. Es muss außerdem darauf geachtet werden, dass ein Fett genutzt wird, das nicht verharzten kann.

Während des Spielens…

Auch während dem Spielen kann eine Pflege stattfinden. So sollte kein Wasser hinter den Klappen oder in den Tonlöchern vorhanden sein. Natürlich passiert dies während der Benutzung doch. Dann wird einfach ein Zigarettenpapier genommen, welches die Flüssigkeit aufsaugt. Die Spielpausen eigenen sich dafür besonders gut.

In den Pausen sollte außerdem darauf geachtet werden, dass die Klarinette sicher abgestellt wird. Dafür ist ein Klarinettenständer besonders nützlich. Ansonsten könnte es schnell passieren, dass andere Musiker versehentlich über die Klarinette stolpern und sie dadurch beschädigt wird. Auch das Ablegen auf einem Stuhl ist nicht zu empfehlen. Setzt sich jemand versehentlich darauf, ist eine Beschädigung ebenfalls sehr wahrscheinlich.

Die richtige Pflege nach dem Spielen

Direkt nachdem das Spielen beendet wurde, sollte die Klarinette noch einmal ausgewischt werden. Dadurch kann die Feuchtigkeit entfernt werden. Erst danach sollte sie in dem Koffer verstaut werden. Dabei ist es wichtig, dass das Oberstück immer von oben nach unten ausgewischt wird. Ansonsten bleibt der Wischer in dem Stück hängen. Auch das Zigarettenpapier kann dabei zum Einsatz kommen. Wenn auf das Entfernen der Feuchtigkeit verzichtet wird, kann es zu einem Schimmeln kommen. Das Holz wird dann weich und beginnt außerdem einen unangenehmen Geruch zu entwickeln. Die Gummiteile werden hingegen spröde und rissig.

Die versilberten Klappen des Instruments dürfen auf keinen Fall in Kontakt mit schwefelhaltigen Materialien gelangen. Auch Salze sind fern zu halten. Denn ansonsten findet eine chemische Reaktion statt, welche das Silber schwarz werden lässt. Solche Stoffe sind besonders in Gummi oder in Kunststoffbändern enthalten. Das Klarinettenmundstück ist beispielsweise aus einem Gummi, welcher zu einem Muster auf der Silberoberfläche führen kann. Dieses ist anschließend kaum noch entfernbar. Wird Wert auf eine ansprechende Optik gelegt, müssen die Klappen somit ersetzt werden.
Das Salz befindet sich hingegen vor allem in der Luft. So sollte beispielsweise an der Nordsee darauf geachtet werden, dass die Klarinette nicht an der freien Luft gespielt wird. Alternativ sollte das Instrument direkt danach gründlich gereinigt werden. Auch das Verpacken muss dann noch sorgfältiger erfolgen als normalerweise. Der Musiker muss darauf achten, dass die Klarinette auch wirklich trocken ist, bevor sie verstaut wird.

Achtung bei starken Temperaturschwankungen!

Ebenfalls problematisch sind Temperaturschwankungen. Diese sollten wenn es möglich ist, vermieden werden. Denn besonders extreme Wärme oder Kälte schaden. Die hohen Temperaturen sind besonders in den PKWs problematisch. Denn viele Musiker unterschätzen, wie stark sich der Innenraum im Sommer aufwärmen kann. Schnell sind über 60° Celsius erreicht. Auch in direkter Nähe zu einer Heizung sollte das Instrument somit nicht abgestellt werden. Das liegt daran, dass das Material sich bei starker Hitze ausdehnt. Bei extremer Kälte zieht es sich hingegen zusammen. Allerdings dehnen sich Holz und Metall unterschiedlich stark aus. Dadurch können Risse in den Materialien entstehen.

Das Ölen

Die Klarinette muss mindestens zwei Mal im Jahr geölt werden. Auch wenn dies nicht selten als lästig empfunden wird, kann die Klarinette dadurch länger genutzt werden. Denn das Material wird vor einer gewissen Spröde bewahrt und damit langlebiger.

Finger weg von den Schrauben!
Die Schrauben der Klarinette sollten nur gelöst werden, wenn dies unbedingt nötig ist. Selbst dann sollte so gefühlvoll wie möglich vorgegangen werden. Damit ist auch gemeint, dass immer ein passender Schraubendreher benutzt werden sollte. Ansonsten können die Gewinde schnell beschädigt werden. Es kann vorteilhaft sein, dies von einem Fachmann durchführen zu lassen. Ansonsten wird häufig mit zu viel Kraft gearbeitet. Drehen die Schrauben dann durch, steht der Musiker vor einem Problem.

Das Zubehör für die richtige Pflege

Die Pflege sollte unbedingt mit dem dafür vorgesehenen Zubehör durchgeführt werden.
Wie bereits angesprochen, sollte sich der Musiker unbedingt Zigarettenpapier zulegen. Denn die Festigkeit darf auf keinen Fall in der Klarinette bleiben. Ansonsten wird das Holz erhebliche Beschädigungen davon tragen. Auch nach dem Putzen sollte auf eine ausreichende Trockendauer geachtet werden. Am besten befindet sich das Instrument dabei an der frischen Luft.
Die Silberteile sollten mit einem Silberputztuch gereinigt werden. Dieses ist in jedem guten Fachgeschäft erhältlich. Auch ein Abwischen der versilberten Teile mit einem weichen Tuch schadet nicht. Das Tuch sollte frisch gewaschen sein und darf keine Rückstände des Waschmittels enthalten. Außerdem muss es groß genug sein. Das ist deshalb wichtig, da der Schweiß der Finger auf keinen Fall in Berührung mit dem Material kommen sollte.
Ein Klarinettenständer ist nach dem Putzen die perfekte Wahl, um die Klarinette aufzubewahren. Denn dann muss sich der Musiker keine Gedanken darüber machen, dass das Instrument versehentlich beschädigt werden könnte. Das ist häufig der Fall, wenn die Klarinette einfach irgendwo abgelegt wird.

 

Für die richte Pflege des Holzes ist hingegen ein Öl empfehlenswert. Dieses darf jedoch nur mit dem Holz in Berührung kommen. Gerät es hingegen in Kontakt mit den Polstern oder Klappen, kann es diese beschädigen.

Der Kork, der sich an den Zapfen befindet, muss hingegen in regelmäßigen Abständen mit einem Fett behandelt werden. Dadurch wird der Zusammenbau des Instruments vereinfacht. Wird auf das Fett vollkommen verzichtet, wird der Kork mit der Zeit brüchig werden.

Quellen und weiterführende Links:

  • http://www.die-klarinetten.de/content/deutsch/klarinette-pflege.html
  • https://www.youtube.com/watch?v=9rBKvlZpUGs
  • https://www.thomann.de/de/onlineexpert_page_klarinetten_pflege_und_zubehoer.html
  • http://www.jupiter.info/de/wissen/pflege-blasinstrumente/pflegeanleitung-klarinette.html
1 Kommentar… add one
  • Achim

    Warum soll man von oben nach unten wischen, um ein Feststecken des Wischers zu vermeiden? Nach den Gesetzen der Physik ist es am besten, von der weitesten zur schmalsten Stelle zu putzen, dann passt sich der Wischer nämlich automatisch dem Durchmesser an und passiert auch problemlos die Engstelle an der Überblashülse. Das heißt: von unten nach oben, von Schallbecher zum Oberstück. In zusammengebautem Zustand.

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